Presse und Rezensionen

1992 – Blowin‘ in the Wind

Die Woche, 2. Juli 1992
Frühe Beteiligung an der Regensburger Kunstszene

Im Zusammenhang mit der ersten Regensburger Fahnen-Biennale findet sich eine der frühesten Presseerwähnungen von Jürgen Schönleber. Der Artikel dokumentiert seine Beteiligung an einer Ausstellung, die junge Positionen der regionalen Kunstszene zusammenführte und neue Formen von Kunst im öffentlichen Raum erprobte.
Der Beitrag ist vor allem als früher Nachweis seiner öffentlichen Ausstellungstätigkeit von Bedeutung und markiert einen frühen Schritt seiner künstlerischen Präsenz in Regensburg.

Die Woche -Blowin‘ in the Wind – 02.07.1992

1994 – Durch „junge Kunst“ kommt frischer Wind

Mittelbayerische Zeitung, 9. Februar 1994
Debütantenausstellung im Kunst- und Gewerbehaus

Die Mittelbayerische Zeitung stellt Jürgen Schönleber gemeinsam mit Christine Sabel und Sabine Straub als Vertreter einer neuen Generation regionaler Künstler vor. Die Ausstellung wird als Beleg für die Lebendigkeit und Erneuerung der Regensburger Kunstszene gewürdigt.

"Die beiden jungen Bildhauerinnen und der junge Maler bringen Belebung und frischen Wind in die regionale Kunstszene."

Besonders hervorgehoben wird die Eigenständigkeit seiner Malerei:

"Seine Bilder sind geprägt durch kräftige Farben."

Der Artikel zählt zu den frühesten ausführlichen Besprechungen seines Werks und beschreibt bereits jene expressive Bildsprache, die sein weiteres künstlerisches Schaffen prägen sollte.

Mittelbayrische Zeitung_1994_Debütantenpreis KUG

1996 – Mann mit Hirsch

Die Woche, 28. November 1996
Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg

Anlässlich der Verleihung des erstmals vergebenen Kunstpreises des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg widmet sich der Kunstkritiker Helmut Hein ausführlich dem Werk von Jürgen Schönleber.

Der Artikel beschreibt einen Künstler, der sich früh von bloßen Stilzuordnungen löst und eine eigenständige Bildsprache entwickelt. Dabei werden insbesondere sein Umgang mit Zeichen, Symbolen und kulturellen Bildwelten sowie seine reflektierte Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und Bedeutung hervorgehoben.

„Jürgen Schönleber, in allem ‚Kind der Sixties‘, steht zweifellos in der Tradition der ‚Vögel‘ – aber er ist mittlerweile längst über sie hinausgegangen: selbstreflexiv, theoriefreudig, zeichensüchtig und ‚machtbewusst‘.“

Der Beitrag dokumentiert einen wichtigen Meilenstein in Schönlebers künstlerischer Entwicklung und seine öffentliche Anerkennung durch eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Nachwuchskünstler in Regensburg.

Die Woche – Mann mit Hirsch – 28.11.1996

1996 – Preis für die „interessanteste Arbeit“

Mittelbayerische Zeitung, 26. September 1996
Erste Auszeichnung des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg

Der Kunst- und Gewerbeverein Regensburg vergibt 1996 erstmals einen Kunstpreis für die „interessanteste Arbeit“ eines Künstlers oder einer Künstlerin unter 40 Jahren. Die mit 3.000 DM dotierte Auszeichnung geht an Jürgen Schönleber. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der 70. Jahresschau des Vereins.

Der Artikel beschreibt die hohe Konkurrenz innerhalb des Auswahlverfahrens. Aus mehr als 700 eingereichten Arbeiten wurden zunächst die Teilnehmer der Ausstellung ausgewählt, bevor eine erweiterte Jury den Preisträger bestimmte. Die Entscheidung markiert einen frühen öffentlichen Erfolg Schönlebers innerhalb der ostbayerischen Kunstszene.

„Die interessanteste Arbeit eines Künstlers/in unter 40 Jahren.“

Mit der erstmaligen Vergabe des Preises würdigt der Kunst- und Gewerbeverein eine künstlerische Position, die bereits Mitte der 1990er Jahre als eigenständig und richtungsweisend wahrgenommen wurde.

Mittelbayrische Zeitung – Preis für die interessanteste Arbeit – 26.09.1996

Kunst und Freundschaft

„Kitt“ für 30 Jahre Partnerschaft
Mittelbayerische Zeitung, 5. Oktober 1999

Zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Regensburg und Brixen stand die verbindende Kraft von Kunst und Kultur im Mittelpunkt. Die begleitende Ausstellung brachte Künstler beider Regionen zusammen und machte sichtbar, wie kultureller Austausch Brücken über geografische und sprachliche Grenzen hinweg schlagen kann.

Die Zeitung bezeichnete Kunst dabei als einen wesentlichen Bestandteil des gegenseitigen Verständnisses.

„Kunst und Freundschaft seien der „Kitt“ einer lebendigen Partnerschaft.“

Die Beteiligung von Jürgen Schönleber unterstreicht seine Verbundenheit mit grenzüberschreitenden Kulturprojekten und dokumentiert die internationale Wahrnehmung seiner Arbeit innerhalb dieses Austauschs.

Mittelbayrische Zeitung – Kunst und Freundschaft Kitt für 30 Jahre Partner….1999

Oberpfalz gestisch

Mittelbayerische Zeitung, 19. November 1996

Die Ausstellung „Oberpfalz gestisch“ rückte den spontanen und unmittelbaren Ausdruck in den Mittelpunkt. Jürgen Schönlebers Arbeiten zeigten dabei eine Malerei, die weniger auf Beschreibung als auf Erleben setzt. Farbe, Form und Bewegung entwickeln eine eigene Dynamik und eröffnen dem Betrachter einen direkten Zugang zum Bildgeschehen.

Die Presse hob hervor, dass sich die ausgestellten Werke durch ihre persönliche Handschrift und ihre emotionale Intensität auszeichnen.

„Gestisch bedeutet hier nicht nur eine malerische Technik, sondern eine Haltung, die dem kreativen Prozess selbst Vertrauen schenkt.“

Die Teilnahme an dieser Ausstellung dokumentiert Schönlebers Stellung innerhalb einer Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die den subjektiven Ausdruck bewusst in den Vordergrund stellten.

Oberpfälzer Nachrichten – Das Spieglein an der Wand zeigt Vergangenheit un…97

Die nackte Kunst

Die Woche, 1998
Jürgen Schönleber und Günther Kempf im Ganserhaus

Mit der Doppelausstellung von Jürgen Schönleber und Günther Kempf im renommierten Ganserhaus in Wasserburg widmete sich der Kunstkritiker Helmut Hein zwei Künstlern, die sich nach seiner Einschätzung längst von den prägenden Einflüssen der Nachkriegsavantgarde emanzipiert haben. Während Kempf als Bildhauer vorgestellt wird, richtet sich der Fokus bei Schönleber auf die Verbindung von Malerei, Philosophie und gesellschaftlicher Reflexion.

Hein beschreibt Schönleber als einen Künstler, der sich intensiv mit Fragen von Macht, Wahrnehmung und kulturellen Zeichenwelten auseinandersetzt. Seine Arbeiten würden Bilder, Symbole und Motive des Alltags aufgreifen, verfremden und in neue Zusammenhänge überführen. Dabei verbindet sich theoretische Reflexion mit einer unmittelbaren und kraftvollen Bildsprache.

„Schönleber gehört zu den nachdenklichen und reflektierenden Künstlern.“

Besonders hervorgehoben wird die Eigenständigkeit seines Werkes. Die Bilder seien weder bloße Fortsetzung kunsthistorischer Traditionen noch reine Provokation, sondern entwickelten eine eigene visuelle Sprache zwischen spontaner Geste, kulturellem Gedächtnis und gegenwärtiger Bilderwelt.

Helmut Hein würdigt die Ausstellung schließlich als außergewöhnliche Begegnung zweier starker künstlerischer Positionen und kommt zu dem Schluss, dass Schönlebers Arbeiten im Ganserhaus eine besondere Wirkung entfalten. Seine Bilder erscheinen als zugleich wilde und präzise gesetzte Bildwelten, die den Betrachter fordern und faszinieren.

„Neben Schönlebers Bildern, in den verschiedensten Formaten und Verfärbungen und Sub-Species, in Gruppen an der Wand hängend und solide auf eigenen Füßen stehend, wirken sie einzigartig und auf eine leicht verstörende Art bezaubernd.“

Die Ausstellung markiert eine wichtige Station in Schönlebers Entwicklung und dokumentiert seine zunehmende Wahrnehmung als eigenständige künstlerische Position innerhalb der zeitgenössischen Malerei.

Die Woche – Die nackte Kunst – 1998

Wie ein Raubtier

Augsburger Allgemeine, 8. März 2000
Ausstellung im Kunstverein Augsburg

Anlässlich einer Ausstellung im Kunstverein Augsburg setzt sich die Kunstkritik mit Schönlebers Malerei auseinander. Im Mittelpunkt stehen die Energie seiner Bilder, die körperliche Präsenz der Figuren und die unmittelbare Wirkung seiner expressiven Bildsprache.

Der Artikel beschreibt eine Malerei, die sich jeder dekorativen Gefälligkeit entzieht und stattdessen auf Intensität, Spannung und emotionale Direktheit setzt. Die Ausstellung markiert zugleich einen wichtigen Schritt über die regionale Wahrnehmung hinaus.

„Wie ein Raubtier.“

Mit dieser prägnanten Formulierung charakterisiert die Autorin die unmittelbare Kraft und Wachheit, die von Schönlebers Bildern ausgeht.

Augsburger Allgemeine Feuilleton – wie ein Raubtier – 08.03.2000

Im Zentrum steht der Mensch

Regensburger Rundschau, 25. Oktober 2001
Werke von Jürgen Schönleber im Oberpfälzer Volkskundemuseum

Zur Ausstellung im Oberpfälzer Volkskundemuseum Burglengenfeld widmet sich Helmut Hein den zentralen Themen in Schönlebers Werk. Im Mittelpunkt steht die menschliche Figur – jedoch nicht als klassisches Porträt, sondern als Ausdrucksträger für Wahrnehmung, Erfahrung und innere Zustände.

Der Artikel beschreibt Schönlebers Bilder als einen fortlaufenden Dialog zwischen Gegenständlichkeit und Auflösung, zwischen individueller Erfahrung und allgemeiner menschlicher Existenz.

Die Ausstellung verdeutlicht die zunehmende Konzentration des Künstlers auf existenzielle Fragestellungen und zählt zu den wichtigen Stationen seines frühen Werkes.

Rundschau – Im Zentrum steht der Mensch – 25.10.2001

Der Mensch, fremd und vertraut

Mittelbayerische Zeitung, 22. Oktober 2001

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht der Mensch – nicht als Abbild einer konkreten Person, sondern als Spiegel grundlegender Erfahrungen. Jürgen Schönlebers Figuren erscheinen verletzlich und stark zugleich, vertraut und dennoch rätselhaft. Ihre Präsenz entsteht weniger durch äußere Ähnlichkeit als durch emotionale Dichte.

Die Rezension beschreibt eine Werkgruppe, die sich intensiv mit Identität, Wahrnehmung und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinandersetzt.

„Der Mensch, fremd und vertraut fasst dabei präzise jene Ambivalenz zusammen, die viele der gezeigten Arbeiten prägt.“

Die Ausstellung verdeutlicht einen zentralen Aspekt von Schönlebers künstlerischem Schaffen: das fortwährende Interesse am Menschen als Träger von Erinnerungen, Hoffnungen und inneren Konflikten. Gerade in dieser Verbindung von persönlicher Erfahrung und allgemeingültiger Aussage liegt die besondere Kraft seiner Arbeiten.

Mittelbayrische Zeitung – Der Mensch, fremd und vertraut – 22.10.2001

Von Booten und Menschen

Mittelbayerische Zeitung, 16. April 2002
„Rosenheim trifft Regensburg“ in der Kunst-Mühle

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts Rosenheim trifft Regensburg präsentierte die Kunst-Mühle Rosenheim Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der jüngeren Generation aus Regensburg. Neben Objekten und Installationen standen insbesondere die Gemälde von Jürgen Schönleber im Mittelpunkt der Besprechung. Die Ausstellung zeigte unterschiedliche künstlerische Positionen, die sich mit Mensch, Natur und Wahrnehmung auseinandersetzten.

Der Kunstkritiker Raimund Feichtner hebt hervor, dass Schönlebers Arbeiten weit mehr als reine Darstellungen sind. Seine Figuren und Gestalten erscheinen als Träger von Geschichten und Erinnerungen, ohne sich einer eindeutigen Interpretation zu unterwerfen. Die Bilder bewegen sich zwischen Realität und Imagination und eröffnen dem Betrachter einen offenen Raum für eigene Assoziationen.

„Die Bilder von Jürgen Schönleber. Sie erinnern an ihre Ausgestaltung, an Art Brut, die Kunst des der Gestaltung möglichen Kinder oder Geisteskranken, indem deren Ideen ist.“

Besonders betont wird die Vielschichtigkeit seiner Bildwelt. Die dargestellten Figuren bleiben bewusst rätselhaft und entziehen sich festen Bedeutungen. Gerade darin erkennt der Autor eine besondere Qualität von Schönlebers Werk.

„Der Betrachter ist nicht zum Richter Aussagen, die vom Betrachter zu interpretieren sind, sondern es geht ihm, wie er selbst sagt, um unmittelbares Gefallen.“

Die Rezension beschreibt Schönlebers Malerei als Balance zwischen Spontaneität und Reflexion. Seine Bilder entstehen aus einer offenen, suchenden Haltung heraus und entwickeln ihre Wirkung gerade durch das Nebeneinander von erzählerischen Fragmenten, Symbolen und intuitiver Bildfindung.

Die Ausstellung dokumentiert eine wichtige Phase seines Schaffens, in der sich die Auseinandersetzung mit dem Menschen als zentrale Figur seiner Malerei weiter vertieft. Gleichzeitig wird deutlich, wie stark seine Arbeiten bereits Anfang der 2000er Jahre zwischen Art Brut, philosophischer Reflexion und eigenständiger Bildsprache verortet wurden.

Mittelbayrische Zeitung – Von Booten und Menschen – 16.04.2002

Rosenheim trifft Regensburg

Oberbayerisches Volksblatt, April 2002
Künstler aus der Domstadt präsentieren sich in der Kunstmühle

Im Frühjahr 2002 waren Jürgen Schönleber, Tom Kristen und Christian Schnurer mit einer gemeinsamen Ausstellung in der Kunstmühle Rosenheim zu Gast. Unter dem Titel Rosenheim trifft Regensburg wurden unterschiedliche künstlerische Positionen der jüngeren Regensburger Kunstszene vorgestellt. Die Ausstellung machte deutlich, wie vielfältig die zeitgenössische Kunst zwischen Gegenständlichkeit, Abstraktion und räumlicher Gestaltung auftreten kann.

Während die Arbeiten der beiden Mitaussteller ausführlich beschrieben werden, widmet sich der Artikel auch Schönlebers Malerei und hebt insbesondere ihre unmittelbare Wirkung hervor. Seine Bilder werden als bewusst offene Bildräume charakterisiert, die sich einer eindeutigen Interpretation entziehen und den Betrachter zur eigenen Entdeckungsreise einladen.

„Bei Jürgen Schönleber geht es in seinen Bildern um ein unmittelbares Gefallen.“

Besonders hervorgehoben wird die Verbindung von grafischer Struktur und malerischer Freiheit. Die sichtbaren Spuren des Pinsels, die Gegenüberstellung von abstrakten und gegenständlichen Elementen sowie die Offenheit der Kompositionen verleihen den Arbeiten ihre besondere Spannung.

„Gegenständliche und abstrakte Bildelemente finden sich zu spannungsreicher Verbundenheit.“

Der Artikel beschreibt damit sehr treffend einen wesentlichen Aspekt von Schönlebers Werk: das Nebeneinander von Figuration und freier Bildfindung. Seine Malerei erscheint nicht als festgelegte Erzählung, sondern als offener Prozess, in dem Wahrnehmung, Erinnerung und Assoziation miteinander in Beziehung treten. Gerade diese Balance zwischen Struktur und Freiheit verleiht seinen Arbeiten ihre charakteristische Eigenständigkeit.

Oberbayerischen Volksblatt – Rosenheim trifft Regensburg_04_2002

Kräftiges Schwelgen in Farbe und Form

Mit dieser Ausstellung rückte die expressive Kraft von Jürgen Schönlebers Malerei in den Mittelpunkt. Seine Bilder entfalten eine intensive Farbigkeit, die nicht dekorativ wirkt, sondern als eigenständige Sprache verstanden werden will. Linien, Flächen und Figuren treten in einen lebendigen Dialog und erzeugen Bildräume voller Bewegung und Spannung.

Die Presse würdigte insbesondere die sinnliche Qualität der Arbeiten und ihre Fähigkeit, Emotionen unmittelbar erfahrbar zu machen.

„Kräftiges Schwelgen in Farbe und Form beschreibt dabei treffend jene Lust am Malerischen, die Schönlebers Werk durchzieht. Farbe wird nicht eingesetzt, um Wirklichkeit abzubilden, sondern um innere Zustände sichtbar werden zu lassen.“

Die Ausstellung verdeutlichte einmal mehr die besondere Stellung des Künstlers innerhalb einer zeitgenössischen Malerei, die sich dem spontanen Ausdruck und der Kraft des Bildes verpflichtet fühlt.

Mittelbayrische Zeitung – Kräftiges Schwelgen in Farbe und Form – 06.2002

Very Important Paintings

Süddeutsche Zeitung, 04.07.20002

Unter dem augenzwinkernden Titel „Very Importat Paintings“ präsentierte Jürgen Schönleber Arbeiten, die den Betrachter gleichermaßen herausfordern und einladen. Der ironische Verweis auf die Kunstwelt öffnet den Blick auf Bilder, die ihren Wert nicht aus Status oder Marktmechanismen beziehen, sondern aus ihrer unmittelbaren künstlerischen Präsenz.

Die gezeigten Werke verbinden spielerische Leichtigkeit mit inhaltlicher Tiefe. Figuren, Symbole und farbige Verdichtungen entwickeln vielschichtige Erzählungen, die sich erst nach und nach erschließen.

„Very Important Paintings wird so weniger als Behauptung verstanden, denn als selbstbewusstes Bekenntnis zur Bedeutung der Kunst selbst.“

Die Ausstellung zeigt Schönleber als Künstler, der Ernsthaftigkeit und Humor, Reflexion und Spontaneität zu einer unverwechselbaren Bildsprache verbindet.

Süddeutsche Zeitung – Very Important Paintings – 04.07.2002

Das Schwert des Samurai

Mittelbayerische Zeitung, 13. Juni 2003
„Bestimmte Zufälle“ – Arbeiten von Jürgen Schönleber im Krankenhaus St. Josef

Mit der Ausstellung Bestimmte Zufälle im Caritas-Krankenhaus St. Josef widmete sich die Mittelbayerische Zeitung ausführlich dem Werk von Jürgen Schönleber und dessen philosophischen Grundlagen. Die Kunstkritikerin Gabriele Mayer beschreibt einen Künstler, dessen Malerei zwischen Traum, Mythos und bewusster Reflexion oszilliert. Ausgangspunkt seiner Arbeiten seien häufig Kinderzeichnungen, spontane Einfälle und scheinbar zufällige Bildfindungen, die im künstlerischen Prozess weiterentwickelt und transformiert werden.

Im Zentrum steht dabei nicht die kontrollierte Planung, sondern das Vertrauen in den schöpferischen Prozess. Schönleber selbst bezieht sich auf die Beobachtung des eigenen Denkens und auf das produktive Potential des Zufalls. Die Ausstellung verweist damit auf ein Thema, das sein Werk bis heute prägt: das Spannungsverhältnis zwischen Intuition und Bewusstsein.

„Das, was manche als Irrsinn, auf den der kreative Prozess rein, unmittelbar, ohne Zensur Bild zu werden scheint.“

Besonders eindrucksvoll beschreibt der Artikel das titelgebende Gemälde Samurai. Das Schwert erscheint dabei als symbolisches Zentrum der Komposition – ein Motiv, das zugleich Bedrohung, Verführung und Transformation verkörpert. Die dargestellten Figuren wirken wie Erscheinungen aus Traum und Erinnerung und entziehen sich einer eindeutigen Deutung.

„Verführung ist das Gesicht der Verführung vollkommen dunkel.“

Die Besprechung macht deutlich, wie eng sich in Schönlebers Werk malerische Ausdruckskraft und philosophische Fragestellungen verbinden. Seine Bilder erscheinen nicht als Illustrationen von Gedanken, sondern als eigenständige Räume der Wahrnehmung, in denen Zufall, Erinnerung und Imagination miteinander in Dialog treten. Die Ausstellung Bestimmte Zufälle zählt damit zu den zentralen Stationen seines künstlerischen Schaffens und markiert einen wichtigen Schritt in der theoretischen Fundierung seines Werkes.

Mittelbayrische Zeitung – Das Schwert des Samurai – 11.06.2003

Regensburgs Künstler für Kulturhauptstadt gewinnen

Im Zusammenhang mit der Bewerbung Regensburgs zur Europäischen Kulturhauptstadt wurde die Rolle der lokalen Kunstszene als kultureller Motor der Stadt hervorgehoben. Künstlerinnen und Künstler wurden dabei als wichtige Botschafter einer lebendigen und vielfältigen Kulturlandschaft wahrgenommen.

Mit der Verleihung des Kulturförderpreises der Stadt Regensburg wurde Jürgen Schönleber im Jahr 2004 für sein künstlerisches Schaffen ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte im Rahmen des städtischen Kulturempfangs und würdigte eine künstlerische Entwicklung, die innerhalb weniger Jahre zu einer eigenständigen Position in der zeitgenössischen Malerei geführt hatte. In ihrer Berichterstattung hob die Mittelbayerische Zeitung hervor, dass die Kulturförderpreise an Jürgen Schönleber (Bildende Kunst), Stefan Hanke (Fotografie) und das Spatzenquartett (Gesang) verliehen wurden.

In seiner Laudatio bezeichnete Oberbürgermeister Hans Schaidinger Schönleber als den „stets fragenden Sinnsucher“ unter den Preisträgern und würdigte insbesondere dessen „in kurzer Zeit entwickelte Ausdruckskraft“. Die Sinnsuche sei, so Schaidinger, eine der zentralen Größen in der Kultur. Besonders eindrücklich beschrieb er die Wirkung von Schönlebers Werk mit den Worten: „Schönlebers Bilder kehren das Innerste nach außen.“

Die Laudatio stellte dabei nicht allein die malerische Qualität der Arbeiten heraus, sondern vor allem deren inhaltliche Tiefe. Schönlebers Bilder wurden als Auseinandersetzung mit den hellen und dunklen Seiten menschlicher Existenz verstanden – als Werke, die sich existenziellen Fragen stellen und bewusst jenen Themen zuwenden, die in einer zunehmend oberflächlichen Bild- und Konsumwelt oft ausgeblendet werden. Die Auszeichnung markiert einen wichtigen Meilenstein in der öffentlichen Anerkennung seines Werkes und dokumentiert die besondere Stellung, die seine Kunst bereits zu diesem Zeitpunkt innerhalb der Regensburger Kulturlandschaft einnahm.

Jürgen Schönleber gehörte zu jenen Positionen, die das kreative Potenzial der Region sichtbar machten. Seine Arbeiten stehen exemplarisch für eine Kunst, die regionale Verwurzelung mit universellen Themen verbindet.

Die Berichterstattung dokumentiert zugleich die wachsende Bedeutung zeitgenössischer Kunst für das kulturelle Selbstverständnis der Stadt.

Mittelbayrische Zeitung – Regensburgs Künstler für Kulturhauptstadt gewinnen 10/2004

Künstler bitten in ihre Ateliers

Mittelbayrische Zeitung, 2004

Die Öffnung der Ateliers ermöglichte einen unmittelbaren Einblick in die Entstehung künstlerischer Arbeiten. Besucherinnen und Besucher konnten dort nicht nur fertige Werke erleben, sondern auch den kreativen Prozess kennenlernen – den Ort, an dem Ideen entstehen, Formen wachsen und Bilder ihren Ausdruck finden.

Für Jürgen Schönleber bot diese Begegnung die Gelegenheit, seine Arbeitsweise und seine künstlerischen Gedanken direkt mit dem Publikum zu teilen. Zwischen Leinwänden, Skizzen und Materialien wurde sichtbar, wie eng Beobachtung, Intuition und gestalterische Freiheit miteinander verbunden sind.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Kunst nicht allein im fertigen Werk lebt, sondern ebenso in den Geschichten, Experimenten und Entscheidungen, die zu seiner Entstehung führen.

Mittelbayrische Zeitung – Künstler bitten in ihre Ateliers

Strindberg als Maler – Schönlebers „Schöne Leiber“ bei Galerie Dr. Erdel

Diese Ausstellung stellte zwei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen in einen spannungsreichen Zusammenhang. Während August Strindberg als außergewöhnlicher Grenzgänger zwischen Literatur und Malerei vorgestellt wurde, präsentierte Jürgen Schönleber seine Werkreihe „Schöne Leiber“.

Die Arbeiten beschäftigen sich mit dem menschlichen Körper als Ausdrucksträger von Emotion, Erinnerung und Identität. Dabei geht es nicht um klassische Darstellung oder Idealisierung, sondern um die vielschichtige Beziehung zwischen Körperlichkeit und innerem Erleben.

Die Presse hob den reizvollen Dialog zwischen den Werken hervor und betonte die Eigenständigkeit von Schönlebers Position.

„Schöne Leiber erscheinen dabei als poetische Reflexion über die menschliche Existenz – kraftvoll, verletzlich und voller Ambivalenz.“

Die Ausstellung verdeutlichte einmal mehr Schönlebers Interesse am Menschen und seine Fähigkeit, existenzielle Themen in eine unverwechselbare Bildsprache zu übersetzen

Mittelbayrische Zeitung – Strindberg als Maler – 2008

Was gibt’s Neues in der Kunst? Corinth!

Mittelbayerische Zeitung, 2008
Hommage an Lovis Corinth

Anlässlich des 150. Geburtstags von Lovis Corinth widmete die Galerie Canal in Dietlhofen dem bedeutenden Maler eine ungewöhnliche Gruppenausstellung. Zehn Künstlerinnen und Künstler setzten sich in ihren Arbeiten mit Leben, Werk und Nachwirkung Corinths auseinander. Unter ihnen war auch Jürgen Schönleber, dessen Beitrag die Idee der künstlerischen Aneignung und Weiterentwicklung besonders eindrucksvoll sichtbar machte.

Die Ausstellung verstand sich nicht als klassischer Wettstreit mit dem berühmten Vorbild, sondern als Dialog über Generationen hinweg. Die Künstler reagierten auf Motive, Gedanken und Bildwelten Corinths und entwickelten daraus eigenständige zeitgenössische Positionen. Schönleber begegnete dem Werk des Malers dabei nicht mit historischer Distanz, sondern mit einer lebendigen, gegenwärtigen Bildsprache.

„Was gibt’s Neues in der Kunst? Corinth!“ Die von der Mittelbayerischen Zeitung aufgegriffene Formulierung bringt den Gedanken der Ausstellung auf den Punkt: Kunstgeschichte erscheint nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als fortwährende Quelle neuer Inspirationen und künstlerischer Fragestellungen.

Im Zentrum der Ausstellung standen die vielfältigen Möglichkeiten, Tradition neu zu lesen und in die Gegenwart zu übertragen. Schönlebers Beitrag fügte sich dabei in einen vielstimmigen Dialog ein, der die Aktualität von Corinths Werk eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die Ausstellung zeigte zugleich, wie selbstverständlich sich sein eigenes Schaffen zwischen kunsthistorischem Bewusstsein, persönlicher Bildfindung und zeitgenössischer Reflexion bewegt.

Mittelbayrische Zeitung – Was gibt’s Neues in der Kunst Corinth! – 2008

Gender Trouble – Der Krieg der Geschlechter

Mittelbayerische Zeitung, 18. September 2018
Rohe Malerei gegen den schönen Schein

Mit der Ausstellung Gender Trouble in der Galerie Insinger widmete sich Jürgen Schönleber einem der ältesten und zugleich aktuellsten Themen der Kulturgeschichte: dem Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz, Anziehung und Konflikt, Freiheit und Bindung. Die Ausstellung vereinte Ölbilder und Papierarbeiten aus mehr als einem Jahrzehnt und wurde von einer Shibari-Performance begleitet, die das zentrale Thema der Schau auf eindringliche Weise sichtbar machte.

Der Kunstkritiker Helmut Hein ordnet Schönlebers Werk in die Tradition großer kultureller und philosophischer Debatten ein. Dabei verweist er auf Strindberg, Nietzsche, Foucault und Freud und beschreibt eine Malerei, die sich weniger für gesellschaftliche Oberflächen als für die verborgenen Kräfte menschlicher Beziehungen interessiert.

„Schönleber hält der Figur die Treue, aber er verweigert sich dem schönen Schein, zeigt lieber das Deformierte, Zerstörte hinter der glatten Oberfläche.“

Besonders hervorgehoben wird die Eigenständigkeit seiner Bildsprache. Während seine Malerei gelegentlich an die expressive Kraft der Art Brut erinnert, entzieht sie sich einfachen kunsthistorischen Zuordnungen. Die Figuren erscheinen als fragile und zugleich widerständige Wesen, oft nur skizzenhaft angedeutet, manchmal roh und archaisch, stets jedoch von großer psychologischer Präsenz.

Helmut Hein beschreibt Schönlebers Arbeiten als Bilder eines inneren Konflikts, der nicht erst zwischen Menschen entsteht, sondern bereits in ihnen selbst angelegt ist. Die dargestellten Körper werden zu Projektionsflächen existenzieller Fragen nach Identität, Begehren, Verletzlichkeit und Macht.

„Nietzsche hat programmatisch vorformuliert, was uns Schönleber bild- und doch rätselhaft zeigt: wie zerrissen die Subjekte sind, dass der Streit nicht erst zwischen ihnen, sondern schon in ihnen beginnt.“

Die Ausstellung zählt zu den eindrucksvollsten Werkpräsentationen der späteren Schaffensphase Jürgen Schönlebers. Sie zeigt einen Künstler, der sich konsequent den Brüchen, Widersprüchen und Abgründen menschlicher Existenz widmet und dabei eine Bildsprache entwickelt hat, die gleichermaßen unmittelbar, verstörend und berührend wirkt.

Bei Insinger Der Krieg der Geschlechter – Kultur – Nachrichten – Mittelbayerische